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Aktive und passive Verankerungsbemessung in Herford

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Der Untergrund in Herford ist stark von den eiszeitlichen Ablagerungen des Werre-Urstromtals geprägt. Unterhalb des Stadtzentrums stehen Geschiebemergel und feinsandige Beckensedimente an, die je nach Verdichtung und Wasserführung ein wechselhaftes Tragverhalten zeigen. Das Grundwasser in Flussnähe steht oft bereits zwei bis drei Meter unter Geländeoberkante an, was bei Tiefbaumaßnahmen eine vorauseilende Wasserhaltung erzwingt. Für tiefe Baugruben an der B239 oder bei Neubauten entlang der Lübberstraße reichen konventionelle Böschungswinkel selten aus. Eine Stützmauer wird dann mit rückverankerten Systemen kombiniert, deren Bemessung die örtliche Schichtenfolge exakt abbilden muss. Nur so lassen sich die horizontalen Erddrucklasten sicher in tieferliegende, tragfähige Horizonte ableiten.

Die Grenzabstände zu Bestandsgebäuden in der Herforder Innenstadt erfordern Ankerbemessungen mit maximal 5 mm zulässiger Kopfverschiebung – das entscheidet über den Einsatz aktiver oder passiver Systeme.

Vorgehen und Leistungsumfang

Die Bemessung nach DIN EN 1997-1 verlangt in Herford aufgrund der heterogenen Quartärschichten eine differenzierte Betrachtung der Ankerlängen und -neigungen. Der Nachweis der inneren und äußeren Tragfähigkeit erfolgt getrennt: Während aktive Anker über eine planmäßige Vorspannung die Verformung der Verbauwand begrenzen, werden passive Anker erst durch die Bodenbewegung selbst aktiviert und eignen sich besonders für nachgiebige Systeme. Im Herforder Stadtgebiet hängt die Wahl des Ankertyps stark von der Nachbarbebauung und der zulässigen Kopfverschiebung ab. Ergänzend zur Verankerungstechnik setzen wir bei locker gelagerten Sanden der Niederterrasse auf Injektionen, um den Porenraum zu verfüllen und die Mantelreibung im Verankerungshorizont gezielt zu erhöhen.
Aktive und passive Verankerungsbemessung in Herford
Technisches Referenzbild — Herford

Standortspezifische Faktoren

Auf der Baustelle kommt ein hydraulisches Ankerbohrgerät mit Verrohrungsautomatik und integrierter Verpresspumpe zum Einsatz, meist ein Klemmbach KB 4 oder vergleichbar. Im innerstädtischen Bereich von Herford arbeiten wir mit lärmgedämpften Aggregaten und einer automatischen Bohrprotokollierung, die jeden Bohrmeter digital erfasst. Die größte Herausforderung vor Ort ist das unvorhersehbare Einfallen der Geschiebemergeloberkante. Trifft der Bohrkopf zu früh auf den steifen Mergel, muss die Krafteintragungslänge neu justiert werden, sonst droht ein hydraulischer Grundbruch im Verpresskörper. Ein zweites Risiko sind alte Auelehm-Linsen mit organischen Anteilen, die unter Last kriechen und den Anker langsam entspannen. Deshalb messen wir jeden Daueranker nach Ablauf von 15 Minuten nochmals nach und dokumentieren das Kriechverhalten lückenlos.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Maximale Prüflast (Einzelanker)bis 1.000 kN
Ankerneigung (Standard)15° bis 30° gegen Horizontale
Verpressstrecke Verankerungslänge3,0 m bis 8,0 m
Kriechmaß k_s nach DIN EN ISO 22477-5≤ 2,0 mm
Nachweis tiefe Gleitfugenach Kranz (DIN 4085)
Zulässige Stahldehnung Spannstahl≤ 0,8 % f_p0.1k
KorrosionsschutzstufeKlasse I (doppelt korrosionsgeschützt)

Verwandte Dienstleistungen

01

Bemessung aktiver Litzenanker

Statische Berechnung inklusive Spannkraftfestlegung, Nachweis der inneren Standsicherheit und Krafteintragungslänge. Geeignet für wenig verformungsempfindliche Nachbarbebauung im Herforder Außenbereich.

02

Dimensionierung passiver Stabanker

Erstellung der Ausführungspläne mit Angaben zu Bohrdurchmesser, Verpressdruck und Mörtelrezeptur. Einsatz in der engen Quartierbebauung der Radewiger Feldmark mit streng limitierter Kopfverschiebung.

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 4125:1990-05 (Verpressanker – Kurzzeit- und Dauerstandsicherheit), DIN EN ISO 22477-5:2018-07 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Prüfung von Ankersystemen), DIN 4085:2017-08 (Baugrund – Berechnung des Erddrucks)

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Bemessung einer rückverankerten Baugrube in Herford?

Die Kosten für eine vollständige Ankerbemessung bewegen sich im Raum Herford zwischen €850 und €3.660, abhängig von der Anzahl der Ankerlagen und der erforderlichen Prüffelder. Eine einfache Vordimensionierung für ein Einfamilienhaus am Hang liegt im unteren Bereich, während eine mehrlagige Verankerung für eine Tiefgarage entlang der Werre mit gesonderten Kriechversuchen die obere Spanne erreicht.

Wann wird in Herford ein aktiver Anker statt einem passiven gewählt?

Aktive Anker werden planmäßig vorgespannt und pressen die Verbauwand gegen den Boden. In Herford setzen wir sie ein, wenn die angrenzende Bebauung – etwa Fachwerkhäuser in der Altstadt – nahezu keine Verschiebung verträgt. Passive Anker aktivieren sich erst durch die Wandbewegung und sind die wirtschaftlichere Wahl bei größeren zulässigen Verformungen von 15 bis 25 mm.

Welche Prüfungen sind nach der Ankerherstellung in Nordrhein-Westfalen vorgeschrieben?

Jeder Daueranker muss eine Eignungsprüfung nach DIN EN ISO 22477-5 durchlaufen. In Herford ist aufgrund der quartären Lockergesteine zusätzlich eine Abnahmeprüfung an mindestens 10 % der Anker gefordert. Diese Prüfungen dokumentieren wir lückenlos und übergeben das Protokoll direkt dem verantwortlichen Prüfstatiker und der örtlichen Bauaufsicht.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herford und Umgebung.

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