Herford liegt an der Werre, und die Aueböden in Flussnähe enthalten oft wechsellagernde Schluffe und Tone mit schwankenden Wassergehalten. Wer hier baut, muss die Konsistenz des Baugrunds genau verstehen, bevor die erste Baggerschaufel ansetzt. Die Atterberg-Grenzen – Fließgrenze und Ausrollgrenze – liefern dem Planer diese Basis. Unser Labor im Raum Herford führt die Prüfung routiniert nach DIN 18122 durch und liefert die Plastizitätszahl, mit der sich die Tragfähigkeit und das Schrumpfverhalten bindiger Schichten zuverlässig einstufen lassen. Bei Auelehm mit organischen Beimengungen reicht eine reine Korngrößenanalyse oft nicht aus; erst die Konsistenzgrenzen zeigen, ob der Boden unter Last plastisch nachgibt oder stabil bleibt.
Die Plastizitätszahl Ip ist der kleinste Wert mit der größten Aussage über das Verformungsverhalten bindiger Böden in Herford.
Standortspezifische Faktoren
Die DIN 4020 fordert für bindige Böden zwingend die Angabe der Konsistenz. In Herford mit seinen quartären Talfüllungen aus Ton, Schluff und organischen Linsen ist das kein bürokratischer Akt, sondern geotechnische Notwendigkeit. Ein als „steif“ eingestufter Ton, der in Wahrheit nur knapp über der Ausrollgrenze liegt, wird bei Wasserzutritt innerhalb von Stunden weich. Die Folge: Setzungsdifferenzen, Risse im Mauerwerk, aufwendige Nachgründungen. Wir haben in der Region schon erlebt, dass eine fehlende Atterberg-Prüfung zu einem sechsstelligen Bauschaden führte, weil der Baugrundgutachter die Zustandsform nur augenscheinlich beurteilt hatte. Die Prüfung nach DIN 18122-1 liefert den belastbaren Zahlenwert, den Statiker und Bodengutachter für die Wahl des zulässigen Sohldrucks brauchen. Bei Böden mit Ip > 30 % empfehlen wir zusätzlich die Bestimmung der Schrumpfgrenze.
Häufig gestellte Fragen
Was kosten die Atterberg-Grenzen für eine Bodenprobe aus Herford?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze liegt bei €60 – €90 pro Probe, abhängig von der Probenanzahl und ob die Schrumpfgrenze zusätzlich gefordert wird. Bei Serien ab fünf Proben geben wir Staffelpreise.
Wie läuft die Probenahme für die Atterberg-Grenzen ab?
Sie entnehmen eine gestörte Probe von etwa 500 g aus der gewünschten Tiefe, luftdicht verpackt im PE-Beutel. Die Probe muss feucht bleiben – vorgetrocknetes Material verfälscht die Ausrollgrenze. Unser Labor in Herford stellt auf Wunsch Probenahmekits bereit.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für den Baugrund in Herford so wichtig?
Herford liegt im Werretal mit teils organischen, teils tonigen Ablagerungen. Die Konsistenz schwankt stark mit dem Grundwasserstand. Die Atterberg-Grenzen zeigen dem Statiker, ob der Boden bei Belastung plastisch fließt oder stabil bleibt – das entscheidet über Gründungstiefe und Bodenaustausch.
Was ist der Unterschied zwischen Fließgrenze und Ausrollgrenze?
Die Fließgrenze wL bezeichnet den Wassergehalt, bei dem der Boden vom plastischen in den flüssigen Zustand übergeht – gemessen mit dem Casagrande-Gerät. Die Ausrollgrenze wP ist der Wassergehalt, bei dem der Boden von der plastischen in die halbfeste Konsistenz wechselt, bestimmt durch Ausrollen von Röllchen. Die Differenz ergibt die Plastizitätszahl Ip.