Die B 239 durch Herford, die täglich tausende Fahrzeuge über die Werre bringt, zeigt an einigen Abschnitten Spurrinnen, die auf unzureichende Tragfähigkeit des Unterbaus zurückgehen. Genau hier setzt unsere Arbeit an. Bevor der Asphalt aufgebracht wird, klären wir mit der CBR-Studie, ob der verdichtete Untergrund die Lasten aus dem Verkehr aufnehmen kann. In unserer Erfahrung aus Projekten am Goebenpark und im Gewerbegebiet Diebrock wissen wir: Ein CBR-Wert unter 15 % bedeutet fast immer Nachverdichtung oder Bodenaustausch. Die regionalen Lösslehme und Auenböden der Werre reagieren empfindlich auf Wasser – ohne belastbare Kennwerte aus dem Plattendruckversuch und der CBR-Prüfung wird jede Fahrbahn zum Risiko.
Ein CBR-Wert unter 5 % im Planum der B 61 bei Herford bedeutete 60 cm Bodenaustausch – besser vor dem Asphalt als Spurrinnen nach dem ersten Winter.
Standortspezifische Faktoren
Die RStO 12 fordert für die Tragfähigkeit des Unterbaus Verformungsmoduln Ev2 ≥ 45 MN/m² auf dem Planum, was einem CBR-Wert von mindestens 5 % entspricht. In Herfords feuchten Auenbereichen, etwa entlang der Werre-Aue, unterschätzen viele Planer den Einfluss des Kapillarwassers auf bindige Böden. Ein CBR-Wert, der im trockenen Sommer mit 12 % gemessen wurde, kann nach der Herbstfeuchte auf 4 % absinken. Die Folge: ungleichmäßige Setzungen, Risse im Asphalt, Frostaufbrüche im ersten Winter. Wir simulieren diese Bedingungen durch Wasserlagerung der Probe über 96 Stunden vor der Penetration. Bei Straßen der Belastungsklasse Bk100 – wie der Zubringer zur A 2 – reicht ein mittlerer CBR-Wert nicht aus; wir fordern dann Einzelnachweise je Fahrspur und prüfen die Gleichmäßigkeit der Verdichtung flächendeckend.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für ein Straßenbauprojekt in Herford?
Die Kosten für eine einzelne CBR-Prüfung im Labor liegen zwischen 150 und 260 Euro, abhängig von der Probenanzahl und ob eine Wasserlagerung erforderlich ist. Bei Projekten mit mehr als 5 Proben gewähren wir einen Mengenrabatt. Das Gesamtpaket aus Probenahme, Laborprüfung und Bericht liegt üblicherweise im Bereich von 800 bis 1.400 Euro für einen Streckenkilometer mit 3 Entnahmestellen.
Wie viele CBR-Proben sind pro Kilometer Straße nötig?
Nach RStO 12 und unseren Erfahrungen in Herford empfehlen wir mindestens 3 Proben je Fahrspur und Kilometer. Bei wechselnden Bodenverhältnissen – etwa beim Übergang vom Geschiebemergel der Stuckenberg-Höhe in die Auenlehme der Werre – erhöhen wir auf 5 Proben, um die Gleichmäßigkeit der Tragfähigkeit sicherzustellen.
Welcher CBR-Wert ist für eine Bundesstraße wie die B 61 ausreichend?
Für Straßen der Belastungsklasse Bk100, zu denen die B 61 bei Herford zählt, fordern wir einen CBR-Wert von mindestens 15 % auf dem Planum. Auf der Frostschutzschicht sind es mindestens 30 %. Diese Werte korrelieren mit den Verformungsmoduln Ev2 ≥ 45 MN/m² auf dem Planum und Ev2 ≥ 120 MN/m² auf der Frostschutzschicht, wie sie die RStO 12 verlangt.
Muss die CBR-Prüfung bei jedem Bauvorhaben wiederholt werden?
Ja, selbst wenn in Nachbargrundstücken bereits Daten vorliegen. Die Bodenverhältnisse in Herford ändern sich auf kurze Distanz – wir haben Fälle, wo 50 Meter Abstand den CBR-Wert von 18 % auf 6 % fallen ließen, weil eine alte Auenrinne der Werre angeschnitten wurde. Die Prüfung ist baubegleitend und muss nach jeder Verdichtungslage erneut durchgeführt werden.