Die bautechnische Entwicklung Herfords entlang der Werre und Aa hat über Jahrhunderte hinweg eine vielschichtige Untergrundsituation geschaffen. Alte Mühlenstandorte, mittelalterliche Aufschüttungen im Bereich der Radewig und die quartären Lockergesteine der Ravensberger Mulde erfordern eine präzise Wasserhaltungsplanung. Ein Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) liefert hier den entscheidenden Bemessungskennwert, den kein Laborversuch realistisch abbilden kann: die tatsächliche Wasserdurchlässigkeit des anstehenden Bodens im ungestörten Verband. Wer in Herford unterkellert baut oder eine dezentrale Regenwasserversickerung plant, braucht diesen Versuch, um die hydraulische Leistungsfähigkeit des Baugrunds zuverlässig zu quantifizieren. Wir kombinieren die lokale Erfahrung mit Bohrlochmethoden nach DIN 18130 und der strukturierten Versuchsdurchführung gemäß den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben der DGGT.
Ein einziger Felddurchlässigkeitsversuch am richtigen Horizont ersetzt Dutzende Laborproben – denn Wasser sucht sich den Weg durch Makroporen, die keine Sondierprobe zeigt.
Standortspezifische Faktoren
Der geotechnische Kontrast innerhalb Herfords ist markant. Während die quartären Kiessande der Niederterrasse im Bereich der Werreaue Durchlässigkeitsbeiwerte im Bereich von 5x10⁻³ m/s aufweisen können, stehen in der Altstadt und den Hanglagen des Stuckenbergs oft gering durchlässige Geschiebemergel des Drenthe-Stadiums an. Ein Bauherr, der in der Radewig eine Tiefgarage errichtet, kalkuliert mit völlig anderen Sickerwasserandrängen als jemand, der im Industriegebiet Diebrock eine Versickerungsmulde dimensioniert. Ohne einen belastbaren Felddurchlässigkeitsversuch wird die Wasserhaltung schnell zum Kostenrisiko: Eine unterdimensionierte Dränage führt zu Setzungen und Vernässung, eine überdimensionierte Anlage treibt die Betriebskosten unnötig in die Höhe. Besonders kritisch wird es bei gemischtkörnigen Böden, wo bereits wenige Feinkornanteile die Durchlässigkeit um zwei Zehnerpotenzen reduzieren können – ein Effekt, den nur der In-situ-Versuch zuverlässig erfasst.
Maßgebliche Normen
DIN 18130:1998-05 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben; Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, Eurocode 7 (EN 1997-2:2007) – Geotechnische Erkundung und Untersuchung, Abschnitt Feldversuche, Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) der DGGT zur Wasserhaltung
Häufig gestellte Fragen
Wann brauche ich einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch?
Der Lefranc-Versuch kommt in Lockergesteinen (Sand, Kies, Geschiebemergel) oberhalb des Grundwasserspiegels zum Einsatz – typisch für die quartären Ablagerungen im Herforder Stadtgebiet. Der Lugeon-Versuch wird im Festgestein oder unterhalb des Grundwasserspiegels mit einem Packer-System gefahren, etwa wenn in größerer Tiefe geklüfteter Tonmergelstein ansteht. Die Entscheidung fällt unser Bohrteam vor Ort anhand des Schichtenverzeichnisses und der hydraulischen Randbedingungen.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch in Herford?
Ein einzelner Versuchshorizont dauert je nach Bodendurchlässigkeit zwischen 45 Minuten und 3 Stunden. Hinzu kommen die Bohrzeit für den Aufschluss und die Rüstzeit. Ein typisches Profil mit drei Versuchstiefen und begleitender Bodenansprache ist an einem Feldtag durchführbar. Bei gering durchlässigen Böden wie dem Geschiebemergel der Saale-Kaltzeit kann die Einstellzeit deutlich länger ausfallen, was wir bei der Terminplanung berücksichtigen.
Mit welchen Kosten muss ich für einen Felddurchlässigkeitsversuch rechnen?
Die Kosten liegen je nach Aufwand zwischen 640 € und 930 €. Ein einfacher Lefranc-Versuch in einem flachen Bohrloch mit einem Testintervall liegt am unteren Ende, ein Lugeon-Versuch mit Doppelpacker im tieferen Fels oder ein Profil mit mehreren Intervallen am oberen Ende. Im Preis enthalten sind Bohrlochansatz, Versuchsdurchführung mit Datenlogger und die Auswertung mit kf-Wert-Berechnung.
Reicht der Feldversuch für den Versickerungsnachweis bei der Wasserbehörde?
Der Feldversuch liefert den zentralen hydraulischen Kennwert, aber für den vollständigen Versickerungsnachweis nach DWA-A 138 benötigen Sie zusätzlich die Korngrößenverteilung der anstehenden Schichten und eine rechnerische Dimensionierung der Versickerungsanlage. Wir erstellen das gesamte hydrologische Gutachten aus einer Hand, sodass Sie bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Herford direkt einreichbare Unterlagen erhalten.