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Injektionsbemessung in Herford: Geotechnische Lösungen für schwierigen Baugrund

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Ein Neubau im Radewiger Feld, direkt an der Werre. Der Baugrund? Auenlehm, darunter locker gelagerte Sande, das Grundwasser steht bei 1,80 Meter. Der Bodengutachter hatte Setzungen von über vier Zentimetern prognostiziert. Über eine konventionelle Flachgründung brauchten wir nicht nachdenken. Wir haben eine Injektionsbemessung erstellt, die den Boden unter der geplanten Bodenplatte mit einem präzisen Raster aus Feinbindemittelinjektionen homogenisierte. Das ist typisch für Herford: Die Stadt wächst, aber die guten Bauflächen werden knapp. In der Innenstadt, etwa am Alten Markt, trifft man auf jahrhundertealte Auffüllungen – ein Flickenteppich, den man ohne gezielte Bodenverfestigung nicht belasten kann. Die Baugrunduntersuchung mit SPT liefert uns die Basiswerte, bevor wir das Injektionskonzept dimensionieren.

Je heterogener der Boden, desto präziser muss die Injektionsbemessung sein. In Herfords Auenlehm arbeiten wir mit Druckstufen von 2 bis 15 bar.

Vorgehen und Leistungsumfang

In Herford prallen zwei geotechnische Welten aufeinander. Nördlich der Werre dominieren die Lösslehme der Ravensberger Hügellandschaft. Die sind steif, aber extrem wasserempfindlich und neigen bei Wasserzutritt zu Konsolidierungssackungen. Südlich der Altstadt, Richtung Stiftberg, werden die Böden sandiger. Hier haben wir es oft mit locker gelagerten quartären Sanden zu tun, die unter dynamischer Last verdichtungsanfällig sind. Unsere Injektionsbemessung muss diese kleinräumige Variabilität abbilden. Mal setzen wir auf eine flächige Niederdruckinjektion, um einen homogenen Baugrundkörper zu schaffen. Ein anderes Mal kombinieren wir das Verfahren mit einer Korngrößenanalyse und den Atterberg-Grenzen, um die Injizierbarkeit des anstehenden Lösslehms exakt vorherzusagen. Entscheidend ist immer der Porenanteil. Bei Auffüllungen mit Ziegelresten im ehemaligen Industriegebiet am Bahnhof ist die Durchlässigkeit oft so hoch, dass wir mit Feinstzementen arbeiten müssen, um ein kontrolliertes Ausbreitmaß zu erreichen.
Injektionsbemessung in Herford: Geotechnische Lösungen für schwierigen Baugrund
Technisches Referenzbild — Herford

Standortspezifische Faktoren

Die Injektionsbemessung in Herford wird durch DIN EN 12715 und die ergänzende DIN 4093 geregelt. Der kritischste Punkt ist die unkontrollierte Ausbreitung des Injektionsguts. In der dicht bebauten Innenstadt von Herford haben wir oft nur wenige Dezimeter Abstand zu Nachbargebäuden. Ein hydraulischer Grundbruch durch zu hohen Injektionsdruck wäre ein Totalschaden. Wir legen deshalb vorab Bruchkriterien nach Mohr-Coulomb fest und überwachen die Verpressdrücke digital. Ein weiteres Risiko sind alte Wasserleitungen oder nicht dokumentierte Kellerschächte – typisch für die Herforder Altstadt. Ohne eine detaillierte Bestandsrecherche und eine begleitende Rüttelverdichtung in den sandigen Randzonen riskiert man Abweichungen vom Injektionsschema. Wir arbeiten daher mit einem Stufenkonzept: erstes Feld als Versuchsfeld, dann Anpassung der Rezeptur, dann flächige Ausführung.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Typische Injektionstiefe (Auenlehm)2,5 m bis 6,0 m unter GOK
Geeignete BindemittelFeinstzement, Microfeinzement, Weichgel
Druckbereich (Niederdruck)2 bis 8 bar je nach Porenanteil
Druckbereich (Hochdruck / Düsenstrahl)300 bis 450 bar
Maximaler Durchlässigkeitsbeiwertkf ≤ 1x10-3 m/s
Minimaler Korndurchmesser (Zementinjektion)d10 > 0,2 mm
Primärer SetzungsnachweisGrenzsetzung nach DIN 4019
Charakteristischer InjektionskörperSäule, Lamelle oder flächiger Körper

Verwandte Dienstleistungen

01

Injektionsplanung und -bemessung

Wir dimensionieren das Injektionsraster, legen Druckstufen und Rezepturen fest und weisen die innere Standsicherheit des verfestigten Bodenkörpers nach. Inklusive Setzungsprognose nach DIN 4019.

02

Qualitätssicherung auf der Baustelle

Überwachung der Verpressparameter in Echtzeit. Entnahme von erhärteten Bohrkernen und Durchführung von Einaxialdruckversuchen zur Kontrolle der Zielparameter direkt am Bauort in Herford.

Maßgebliche Normen

DIN EN 12715:2020-11 (Injektionen), DIN 4093:2015-11 (Baugrundverfestigung), Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03), DIN 4019:2015-05 (Setzungsberechnungen)

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Einfamilienhaus in Herford?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Herford, etwa im Bereich der Lösslehmstandorte, liegen die Kosten für die reine Injektionsbemessung inklusive der rechnerischen Nachweise zwischen €1.100 und €3.490, abhängig vom Erkundungsumfang und der Komplexität des Baugrunds.

Welche Bodenkennwerte brauchen Sie für die Bemessung?

Wir benötigen die Korngrößenverteilung, die Lagerungsdichte, den Wassergehalt und die Durchlässigkeit (kf-Wert). Diese Werte stammen meist aus einer vorangegangenen Baugrunderkundung mit Rammsondierungen oder Kernbohrungen.

Können Sie die Injektion auch in Gebieten mit hohem Grundwasserstand ausführen?

Ja, das ist in der Werre-Niederung der Regelfall. Bei hohem Grundwasser setzen wir auf suspensionsarme Feinstzemente und passen die Gelierzeiten an, um ein Auswaschen des Bindemittels zu verhindern.

Wie lange dauert es, bis der injizierte Boden belastbar ist?

Das hängt vom Bindemittel ab. Mit Feinstzement erreichen wir die geforderte Festigkeit meist nach 7 bis 14 Tagen. Bei Weichgelen kann die Aushärtung schneller gehen, die Dauerhaftigkeit ist dann aber gesondert nachzuweisen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herford und Umgebung.

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